Strom für Stormarn Teil 1

Strom für Stormarn Teil 1

Strom für Stormarn Teil 1

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts breitete sich eine bahnbrechende Neuerung in der Welt aus, ob in Frankreich, den USA oder in Deutschland, die Elektrizität stieß überall auf größtes Interesse.
Auch im Süden des Landkreises Stormarn, in dem kleinen Städtchen Reinbek, war das so. Dort im Billetal, abseits von Hamburg, aber durch die Eisenbahnstrecke Hamburg-Berlin (seit 1846) doch mit der Elbmetropole verbunden, hatten sich zahlreiche wohlhabende Hamburger in Reinbek und Wentorf niedergelassen. Dank der Eisenbahn konnten sie auch damals schon zwischen ihrer Arbeit in Hamburg und ihren Villen im Sachsenwald hin- und herpendeln.
Diese Menschen kannten aus der Stadt bereits die Vorzüge des elektrischen Stromes und als sich ihnen in Reinbek die Gelegenheit bot, diesen auch hierher zu holen, taten sie dies. Es bildete sich eine Interessengemeinschaft oder wie man heute sagen würde: eine Bürgerinitiative.
1899 war es dann so weit, in Ernst Sperling hatten sie einen Unternehmer gefunden, der bereit war, ein E-Werk zu gründen und das Unternehmen zu führen.
Die Alte Mühle am Schloss- oder Mühlenteich wurde in ein Elektrizitätswerk mit einer Turbine zur Stromerzeugung umgebaut und am 23. März 1899 nahm das Unternehmen seinen Betrieb auf.
Zu den anfangs nur 74 Abnehmern kamen bald weitere hinzu. Die Gemeinden Reinbek und Wentorf ließen sich vom E-Werk eine elektrische Straßenbeleuchtung legen. Deretwegen es schnell zum Streit zwischen Reinbek und Sperling kam, doch bald einigte man sich und im November 1910 wurde ein entsprechender Vertrag unterschrieben. Allgemein erfreute sich das „Licht in der Budel“, wie das elektrische Licht zuweilen genannt wurde, großer Beliebtheit.
Damit war Reinbek nach Alt-Rahlstedt die zweite Kommune im Kreis, die über ein eigenes E-Werk verfügte. Doch neben dieser Eigeninitiative im kleinen Bereich, war man auch an anderer Stelle bemüht, die Dörfer in Stormarn mit Strom zu versorgen.Es sollte von Lübeck aus eine Überlandleitung durch den Kreis gebaut werden, um damit auch die Dörfer im Landkreis mit Elektrizität zu versorgen. Als Folge davon existierten in Stormarn vor dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) mehrere kleine E-Werke und die Überlandleitung nebeneinander.
Dr. Carsten Walczok

www.kreis-stormarn.de
www.kreisarchiv-stormarn.de

Stadtarchiv Reinbek
Dr. Carsten Walczok
Hamburger Straße 5
21465 Reinbek
040 72750317

Originaltitel des Presseartikels:
Das E-Werk Reinbek-Wentorf und seine ersten Jahre

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