Strom für Stormarn Teil 2

Strom für Stormarn Teil 2

Strom für Stormarn Teil 2

Nach dem Ersten Weltkrieg musste man sich im E-Werk mit gestiegenen Kohlepreisen auseinandersetzen. Denn schon seit 1906 reichte die Turbine allein zur Stromerzeugung nicht mehr aus. Hier behalf man sich u.a. mit einer Dampfmaschine. Die Kohle dafür war aber ab 1923 immer schwerer zu beschaffen, denn die Franzosen hatten in diesem Jahr das Ruhrgebiet besetzt und holten sich „ihre“ Kohle (Reparationszahlung) selbst. Doch auch diese schwierige Phase überstand das E-Werk letztlich. Aber die Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft stellte das E-Werk vor neue Probleme z. B. die Verteuerung des Dieselkraftstoffs. Man hatte 1933 die alte Dampfmaschine gegen einen modernen Diesel ausgetauscht, jetzt aber verteuerten die Zölle der Nazies den Dieselimport. Die Gefahr der Übernahme durch die Schleswag als Folge des Energiewirtschaftsgesetzes von 1935 stellte eine weitere Bedrohung für das E-Werk dar. Das Kriegsende bewahrte das E-Werk vor weiteren Problemen von dieser Seite.
In den Jahren des Wiederaufbaus nach 1945 hatte man im E-Werk zuerst ein technisches Problem zu lösen, nämlich die Umstellung von Gleichstrom auf Wechselstrom. Schließlich hatte sich dieser schon längst als der Strom der Zukunft durchgesetzt. Lediglich im E-Werk ReinbekWentorf hatte man aufgrund der Krisen der Vergangenheit noch nicht umrüsten können. Aber in den frühen 1950er Jahren hatte man sich dieser Herausforderung erfolgreich gestellt. In einer Firmeninternen Chronik heißt es dazu: „… etwas mehr als 1200 Anlagen, darunter gerade die schlechtesten und schwierigsten, auf Drehstrom umgestellt. Am 18. Dezember 1954 wird aus dem Haus Schmiedesberg 4 der letzte Gleichstrom-Stia-Zähler ausgebaut. Darauf einen Dujardin.“
Das Interessante am E-Werk Reinbek-Wentorf ist aber auch der Umstand, dass dieses Unternehmen noch immer besteht.
Was 1899 mit gerade einmal 74 Verbrauchern begann, zählt heute zu den starken Unternehmen im Süden der Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg.
Dr. Carsten Walczok

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Historie von Melanie Otto. Permanentlink.

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