Die andere Weihnachts-Geschichte

Weihnachts-Geschichte

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Weihnachts-Geschichte 2

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Die andere Weihnachts-Geschichte
Eine historische Betrachtung

Alle Jahre wieder feiern wir Weihnachten, das bedeutet für beide Elternteile lange Konferenzen mit dem Weihnachtsmann, um das Ausmaß der Geschenke (für die Kinder) festzulegen. Insbesondere für die Frauen/Mütter bedeutet dieses Fest stundenlanges Backen und Brutzeln in der Küche, und für die Väter die Sorge möglichst ohne allzu viel Mühen einen sowohl passablen als auch preisgünstigen Weihnachtsbaum zu besorgen und diesen aufzustellen. Das Schmücken ist dann je nach Familie Aufgabe von einem der beiden Elternteile. Einmal habe ich mich erboten den Baum zu schmücken, seitdem bin ich von dieser Aufgabe befreit.
Dann am Heilligabend erfolgt die Bescherung, allerdings gibt es auch hier wieder Abweichungen, wird vorher oder nachher gegessen. Ja, was isst man überhaupt zu Weihnachten? Auch hier ist die Palette breit, Karpfen ist traditionell ein norddeutsches Essen. Gänsebraten mit Rotkohl erfreut sich ebenso großer Beliebtheit und seit einigen Jahren hat auch der aus Nordamerika stammende Truthahn seine Freunde in Deutschland gefunden. Schon lange fragt sich das derart begehrte Federvieh, ob es über- haupt ein Leben nach Weihnachten gibt.
Gerne wird zu den Feiertagen auch die Familie um sich geschart bzw. man selber besucht seine mehr oder weniger geliebten Verwandten. Gerade für die Kinder ist dies zumeist ein erfreulicher Aspekt, bedeutet dies doch oft weitere Geschenke.
Manch ein Gastgeber mag sich heimlich gefragt haben, warum die teuren Gänse nur zwei Schenkel haben oder wann denn der liebe Besuch endlich nach Hause fahren möchte. Und für manche Hausfrau (insbesondere für die Besuchten) ist Weihnachten eine Zeit der Bewährung, nämlich wenn die eigene Mutter oder gar die Schwiegermutter meint helfen zu müssen und dabei immer wieder durchblicken lässt, dass der Truthahn zu zäh, die Kartoffeln zu alt waren oder ihre eigene Organisation der Küche effizienter sei.
Über all‘ diese oder ähnliche Weihnachtsgeschehnisse haben wir nur allzu oft den Sinn und die Geschichte dieses Festes vergessen. Nun, der Sinn ist klar, er steht irgendwo in der Bibel. (Lukas 2, Verse 1-20 und Matthäus 1, Vers 18 und 2, Verse 1-12) Es ist die Geschichte von der Geburt Jesu. Die Geschichte dazu sei nur kurz umrissen. Mit der Christianisierung des römischen Reiches wollte man auch die Geburt Jesu entsprechend feiern. Sol Invictus, das alte Fest zu Ehren des Sonnengottes wurde nun um 354 n. Chr. in ein christliches Symbol umgewandelt. Allerdings hielt man am gewohnten Datum, dem 25. Dezember, fest, und bis heute ist dies der erste Weihnachtstag.
Viel später begann man, mit immergrünen Tannen und Misteln die Häuser für das wohl bedeutendste Fest des christlichen Abendlandes zu schmücken, Kerzen, damals ohnehin oft die einzige Lichtquelle, rundeten das sowohl feierliche als auch andächtige Bild ab.
Erst im Laufe des 16. Jahrhunderts begannen die Menschen, sich einen ganzen Tannenbaum als grünes Symbol des Lebens ins Haus zu holen. In Stormarn kennen wir den Weihnachtsbaum seit 1796, dort stand erstmalig eine geschmückte Tanne im Wandsbeker Schloss. Der Philosoph Jacobi hatte dort für die Weihnachtsfeier eine Überraschung vorbereitet. Als Gäste auf dem gräflichen Schloss waren geladen: Matthias Claudius (Bote) mit Familie, Klopstock (Philosoph), die Grafen Christian und Friedrich Leopold von Stolberg und der junge Buchhändler Perthes aus dem noch fernen Hamburg. Noch am selben Abend wurde die Verlobung von Karoline Claudius mit dem Buchhändler Perthes bekannt gegeben. In den folgenden Jahren verbreitete sich der Tannenbaum überall in Stormarn. Damit war dieses wichtige Fest der Christen um einen besonderen Schmuck erweitert worden.
Überall in den Dörfern wurde in diesen Tagen (bis ins 18. Jahrhundert gab es drei Weihnachtstage) Mensch und Vieh Gutes getan. Arme wurden eingeladen, Kinder mit nützlichen Dingen beschenkt, selbst die Katze bekam einen Teller Milch, die Pferde reinen Hafer, die Vögel in Feld und Flur bekamen oftmals eine volle Garbe Hafer auf den Misthaufen gestellt.
Von all diesen kleinen milden Gaben war es kein großer Schritt zu echten Geschenken, eine neue Schürze für die Mutter oder einen Schal für den Opa und ein paar gute Socken für die Kinder usw.
Man stand aber nun vor der Notwendigkeit, die Herkunft der Geschenke zu erklären. Hier erschien dann um die Mitte des 19. Jahrhunderts der Weihnachtsmann als weitere Neuerung beim Fest. Mit Sankt Nikolaus hatte man ja bereits ein entsprechendes Vorbild, das man nur erweitern musste. Der deutsche Weihnachtsmann kam damals noch ganz ohne Schlitten und Rentiere aus und lebte nicht am Nordpol.
Aber auch in unserer zuweilen hektischen und schnelllebigen Zeit haben wir noch die Kraft und Kreativität gefunden, unser bedeutendstes Fest durch einen Beitrag zu bereichern. Es ist die Möglichkeit, die Weihnachtsgeschenke auf Vorlage eines Kassenbons umzutauschen.
In diesem Sinne wünsche ich Allen frohe und besinnliche Festtage.

Dr. Carsten Walczok

Originaltitel:
Das Weihnachtsfest – eine historische Betrachtung

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Historie von Melanie Otto. Permanentlink.

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