Lokomotive der Wirtschaft Teil 1

Lokomotive der Wirtschaft

Lokomotive der Wirtschaft

Die Eisenbahn als Entwicklungshelfer 1835 dampfte in Deutschland die erste Eisenbahn von Nürnberg nach Fürth, eine Tatsache die allgemein bekannt ist. Weniger bekannt ist dagegen der erste Einsatz einer Eisenbahn in Norddeutschland, diese fuhr am 7. Mai 1842 in Hamburg. Aufgrund des katastrophalen Großfeuers in der Hansestadt wurden mit Hilfe der gerade fertig gestellten Eisenbahnstrecke von Hamburg (Berliner Tor) nach Bergedorf Flüchtlinge evakuiert. Weniger spektakulär verlief die Eisenbahngeschichte in Stormarn, deswegen aber nicht weniger bedeutsam für die Region. Die Region Stormarn wird im Süden durch die Stadt Hamburg und im Norden durch Lübeck begrenzt und auch beeinflusst. Tatsächlich trifft dies auch auf die Streckenführung der Eisenbahn zu.
Den Anfang machte 1846 die Hamburg-Berliner Eisenbahn, sie wurde gleichsam entlang der Südgrenze des Kreisgebietes geführt. In Reinbek entstand in der Folge davon der erste Bahnhof im Kreisgebiet. Der Umstand, dass man nun innerhalb kürzester Zeit von der Stadt ins „Grüne“ gelangen konnte, zeigte sich sehr schnell als ein unerwarteter Glücksfall für das bis dahin eher verschlafene Dorf am Rande des Sachsenwaldes. Jetzt kamen immer größere Zahlen an Hamburgern am Wochenende ins Billetal, Ausflugslokale, die nun sehr schnell entstanden, boten den durstigen und hungrigen Hamburgern allerlei Möglichkeiten, ihr Geld auszugeben. Bald schon wurden die ersten Villen gebaut und dauerhaft in Reinbek oder im benachbarten Wentorf gewohnt. Aus Reinbek war ein Dorf mit einem Schloss und nun auch einem Villenviertel geworden.
Erst die 1865 von der privaten Lübeck-Büchener Eisenbahngesellschaft gebaute Strecke führte von Lübeck über Oldesloe nach Hamburg und berührte somit wieder das Kreisgebiet. Damit verlief erstmalig eine Eisenbahnstrecke, zumindest teilweise, mitten durch Stormarn.
Die Annexion der Herzogtümer Schleswig und Holstein durch Preußen 1867 enttäuschte zwar viele Schleswig-Holsteiner, führte aber auch zu einem gezielten Ausbau der Schienenwege in der neuen preußischen Provinz. Zu einem der wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte (neben Neumünster) wurde nun Oldesloe ausgebaut. Bereits 1875 stellte die Königlich Preußische Staatseisenbahn die Strecke Oldesloe-Neumünster fertig. Diese Route schloss in Oldesloe an die Hamburg-Lübecker Strecke an
und verband somit Hamburg, Lübeck und Neumünster. 1887 gelang endlich die Verbindung mit Berlin, dies hatte man durch den Bau der Verbindung von Oldesloe über Trittau nach Schwarzenbek erreicht. Seinen weiteren Ausbau als Eisenbahnknotenpunkt erfuhr Oldesloe 1897 mit der Linie Oldesloe, Ratzeburg nach Hagenow.
Dr. Carsten Walczok

www.kreis-stormarn.de
www.kreisarchiv-stormarn.de

Stadtarchiv Reinbek
Dr. Carsten Walczok
Hamburger Straße 5
21465 Reinbek
040 72750317

Originaltitel:
Eisenbahn in Stormarn
– eine kleine Geschichte

Advertisements
Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Historie von Melanie Otto. Permanentlink.

Über Melanie Otto

Agentur für Natur, Kultur & Tourismus im Traveraum: - Regional-Netzwerk “Travetraum” - Terminmagazin “q-ltour” - Öko-Reisebüro “fair reisen.” - Infopoint “fair bleiben.” - Kulturzentrum “Treffpunkt Lokfelder Brücke” - Ökostrom-Vertrieb “LichtBlick”

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s