Lokomotive der Wirtschaft Teil 2

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Stormarn unter Dampf
Letztlich war der Kreis Stormarn bis zur Jahrhundertwende gut an das deutsche Eisenbahnnetz angeschlossen. Im Jahre 1907 kamen zwei weitere Strecken hinzu, nämlich die Linie von Oldesloe nach Elmshorn. Diese Strecke wurde durch die Elmshorn-Barmstedt- Oldesloer Eisenbahngesellschaft (EBOE) betrieben. Bedeutsamer für den Kreis Stormarn war aber die Betriebsaufnahme der Südstormarnschen Kreisbahn.
Es hatte sich nämlich gezeigt, dass der Kreis Stormarn bisher nur eine passive Rolle in der Eisenbahnentwicklung gespielt hatte, er diente sozusagen nur als Transitraum. Dies sollte durch den Bau der südstormarnschen Kreisbahn geändert werden. Der Bau und der Betrieb sollten ganz und gar in den Händen des Kreises liegen. Am 11. Februar 1902 beschloss der Kreistag den Bau einer Kreisbahnstrecke. Von 1905 bis 1907 ist die Strecke gebaut worden. Sie verband die Orte Trittau, Grönwohld, Lütjensee, Hoisdorf, Siek, Papendorf, Langelohe, Stellau, Willinghusen, Stemwarde, Glinde, Domhorst, Boberg, Havighorst, Steinbek, Billbrook und Tiefstack miteinander.
Insbesondere diese Bahn hatte in den ersten Jahre große Anteile am Güterverkehr im Kreisgebiet. Vieh, Futtermittel, Baustoffe und Maschinen wurden mit ihr transportiert. Doch auch der Ausflugsverkehr aus Hamburg heraus spielte eine große Rolle. Das Aus, das der Bahn nach dem Ersten Weltkrieg aufgrund der fehlenden Wirtschaftlichkeit drohte, wurde durch die Aufrüstungspläne der Nationalsozialisten gestoppt. Jetzt diente sie als Industriebahn für die Kurbelwellenwerk GmbH und das Heereszeugamt in Glinde. Doch mit dem Kriegsende verlor sie auch diese Aufgabe und wurde am 15. März 1952 stillgelegt.
Wenn auch ein Teilstück weiter für das Bundeswehrdepot in Glinde in Verwendung blieb, so war letztlich der Kreis doch wieder nur Transitraum für die Eisenbahn.
Als Mittel des Nahverkehrs spielte die Eisenbahn auch weiter eine wichtige Rolle bei der Verbindung mit Hamburg. Von Reinbek im Süden bis nach Ahrensburg und Großhansdorf im Norden war bzw. ist der Kreis Stormarn über die Hamburger S-Bahn mit der Hansestadt verbunden. Bleibt festzustellen, dass die Bedeutung der Eisenbahn für den Kreis Stormarn letztlich als positiv zu bewerten ist. Insbesondere Reinbek, Oldesloe und Glinde haben von der Eisenbahn profitieren können.
Dr. Carsten Walczok

www.kreis-stormarn.de
www.kreisarchiv-stormarn.de

Stadtarchiv Reinbek
Dr. Carsten Walczok
Hamburger Straße 5
21465 Reinbek
040 72750317

Originaltitel:
Eisenbahn in Stormarn
– eine kleine Geschichte

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