Hügelgräber in Grabau

12-08 s32

Hügelgräber in Grabau

Mehr als einhundert archäologische Denkmale in Stormarn laden zur Gedankenreise in die Vergangenheit ein. Dazu gehören auch die Hügelgräber in Grabau, die aus der Stein- und Bronzezeit stammen.
Am Ortsrand des Städtchens, inmitten der malerischen Endmoränenlandschaft, ragen die Grabhügel aus einem weiten Feld wie riesige Maulwurfshügel, bewachsen mit stattlichen Laubbäumen. Anders als Hünengräber (Steinsetzungen) bestehen Hügelgräber ausschließlich aus Erdmaterial. Die runden Erdhügel wurden für die Beisetzung der Körper von Verstorbenen, ihrer Asche sowie von Urnen genutzt.
Ursprünglich hatte es in Grabau und den Nachbargemeinden um die 70 Hügelgräber gegeben. Die Mehrzahl davon wurde im Laufe der Zeit zerstört. In vorgeschichtlicher Zeit verliefen Fernwege entlang der Kette aus Hügelgräbern, die als Orientierung dienten.
Die frühe Besiedlung der Region um Grabau wird durch zahlreiche Funde von Siedlungsresten aus der mittleren Steinzeit und der Bronzezeit belegt. Die Menschen jener Zeit lebten als Großfamilien in Holzhäusern. Sie ernährten sich von Brot aus Gersten- und Hirsemehl und von dem, was die Natur ihnen bot, wie Beeren und Früchte. Sie hielten Vieh und gingen auf die Jagd. Im Laufe der Zeit und durch den sich über die Fernwege entwickelnden Handel kam schließlich Bronze in die Region. So wurden auch in den Hügelgräbern in Grabau Gegenstände aus diesem Material gefunden.
Um eines der Gräber, im Volksmund „Häuptlingsgrab“ genannt, rankt sich eine Sage: So soll unter einer alten Kiefer ein Schatz vergraben sein, und zwar die goldene Wiege des Häuptlingssohnes. Diese könne nur in einer Vollmondnacht zwischen Mitternacht und ein Uhr gehoben werden, dabei dürfe kein Wort gesprochen werden.
Wer sich nun also in einer mondbeschienenen Nacht aufmachen möchte zum Häuptlingsgrab in Grabau, um die goldene Wiege des Häuptlingssohnes zu bergen, tut gut daran, dies schweigend zu tun. Den drei Burschen, denen der Sage nach beim Versuch, die Wiege zu bergen, Worte entwichen waren, widerfuhr angeblich ein schlimmes Schicksal. Die Wiege selbst sei mit Blitz, Donner und Schwefelgeruch wieder tief ins Innere des Grabes verschwunden. Und so könnte sie noch immer dort liegen, tief im Inneren der majestätischen Erdhügel in Grabau, und den Betrachter auf eine sagenhafte Gedankenreise schicken …
CS

www.kreisarchiv-stormarn.de
www.grabau-stormarn.de
Stormarn Lexikon, Wachholtz Verlag

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Historie von Melanie Otto. Permanentlink.

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